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Reality Check
Stand: Oktober 2026
- Herstellerangabe
- 11 Aussagen
Kurz gesagt: Platten einsetzen, im Browser find.synology.com öffnen,
DSM installieren und dabei ein eigenes Administratorkonto anlegen. Danach im
Speicher-Manager einen Speicherpool mit Redundanz und ein Btrfs-Volume
erstellen, Benutzer und freigegebene Ordner anlegen, automatische
Sicherheitsupdates einschalten und Snapshots planen. QuickConnect ist bequem,
aber kein Muss — wer nur selbst von unterwegs zugreift, nimmt besser ein VPN.
Grundlage dieser Anleitung ist die offizielle Dokumentation von Synology (Knowledge Center und DSM-Hilfe, Stand Oktober 2026, DSM 7.4). Menünamen können je nach Modell und Version leicht abweichen.
Ein paar Begriffe vorweg: DSM (DiskStation Manager) ist das Betriebssystem des NAS, das du im Browser bedienst. Ein Speicherpool fasst mehrere Platten zu einem Verbund zusammen und schützt ihn per RAID — einem Verfahren, bei dem die Daten so verteilt werden, dass der Ausfall einer (oder mehrerer) Platten verkraftet wird. Auf dem Speicherpool legst du ein Volume an, also den eigentlichen Datenträger mit Dateisystem.
Was du brauchst #
- ein Synology NAS und mindestens eine kompatible 3,5- oder 2,5-Zoll-Platte (Synology führt dafür eine Kompatibilitätsliste)
- einen Computer im selben lokalen Netzwerk wie das NAS, beides mit Internetzugang
- Chrome oder Firefox, die Synology für die Installation empfiehlt
- Platten ohne wichtige Daten — beim Anlegen des Speicherpools wird alles gelöscht
M.2-SSDs kannst du nicht für die DSM-Installation verwenden; sie dienen je nach Modell nur als SSD-Cache oder zum Anlegen von VolumesHerstellerangabe. Für die Installation brauchst du also eine normale SATA-Platte oder -SSD im Schacht.
1. DSM installieren #
- Platten einsetzen, NAS per Netzwerkkabel mit dem Router verbinden und einschalten.
- Am Computer
find.synology.comaufrufen — oderhttp://synologynas:5000(am Machttp://synologynas.local:5000). - Der Web Assistant sucht im lokalen Netz nach Synology-Geräten. Dein NAS sollte den Status Nicht installiert haben. Klicke auf Verbinden.
- Folge dem Assistenten. Er lädt die aktuelle DSM-Version herunter und installiert sie. Dabei legst du Gerätenamen und dein Administratorkonto an.
Gut zu wissen: Beim Aufruf von find.synology.com erfasst Synology laut
eigener Doku Geräteinformationen wie die IP-Adresse. Wer das vermeiden möchte
oder offline installiert, nutzt das Desktop-Programm Synology Assistant
aus dem Download Center und lädt die DSM-Datei (.pat) manuell hoch.
Für das Administratorkonto gilt: eigener Name, langes und einzigartiges Passwort, am besten aus dem Passwortmanager.
2. Speicherpool und Volume anlegen #
Öffne den Speicher-Manager → Speicher. Beim ersten Mal führt dich die Schaltfläche Jetzt erstellen durch Speicherpool und Volume in einem Rutsch. Später geht es über Erstellen → Speicherpool erstellen.
RAID-Typ wählen. Mit zwei Platten ist RAID 1 (Spiegelung) die naheliegende Wahl, ab drei oder vier Platten RAID 5 oder SHR. SHR (Synology Hybrid RAID) kann unterschiedlich große Platten kombinieren; SHR-1 verkraftet den Ausfall einer Platte, SHR-2 den von zweiHerstellerangabe. SHR gibt es nicht auf allen Modellen. Wie viel nutzbarer Platz bei welchem RAID-Level übrig bleibt, rechnest du im RAID- & ZFS-Rechner aus.
Zwei Regeln aus der Doku: Alle Daten auf den gewählten Laufwerken werden beim Erstellen gelöscht, und ein Speicherpool darf keine SSDs und Festplatten (oder SATA- und SAS-Laufwerke) mischenHerstellerangabe.
Dateisystem wählen. Danach fragt der Assistent nach Volume-Größe und Dateisystem. Nimm Btrfs. Synology empfiehlt Btrfs, weil es Snapshots, Replikation freigegebener Ordner, Quoten pro Ordner und erweiterten Schutz der Datenintegrität unterstützt; ein Volume lässt sich später weder auf ein anderes Dateisystem umstellen noch verkleinernHerstellerangabe. ext4 ist nur für ältere oder sehr schwache Modelle die bessere Wahl.
Verschlüsselung ist optional. Sie schützt bei Diebstahl des Geräts, kostet etwas Leistung und ist nicht umkehrbar. Wenn du sie aktivierst, lädt DSM einen Wiederherstellungsschlüssel herunter — den musst du sicher aufbewahren. Gehen Wiederherstellungsschlüssel und Tresor-Kennwort verloren, kommst du nicht mehr an die Daten.
3. Benutzer und Gruppen #
Arbeite im Alltag nicht mit dem Administratorkonto. Lege für jede Person ein eigenes Konto an:
- Systemsteuerung → Benutzer und Gruppe → Benutzer → Erstellen
- Name, E-Mail (für Benachrichtigungen) und Passwort eintragen.
- Bei Gruppen beitreten reicht für normale Nutzer die Gruppe
users.administratorsnur für Konten, die wirklich verwalten sollen. - Ordnerrechte und optional eine Benutzerquote festlegen, dann Übernehmen.
Bei widersprüchlichen Rechten gilt die Reihenfolge Kein Zugriff vor Lesen/Schreiben vor Nur LesenHerstellerangabe. Ein „Kein Zugriff“ aus einer Gruppe schlägt also jede Freigabe — praktisch, um sensible Ordner zuverlässig abzuschotten.
4. Freigegebene Ordner anlegen #
Freigegebene Ordner sind die oberste Ebene, in der deine Daten liegen —
etwa Familie, Fotos oder Backup.
- Systemsteuerung → Freigegebener Ordner → Erstellen → Freigegebenen Ordner erstellen
- Namen vergeben und das Volume als Speicherort wählen.
- Papierkorb aktivieren einschalten: Gelöschte Dateien landen dann
zunächst im Ordner
#recycle. - Auf Btrfs zusätzlich Daten-Prüfsumme für erweiterte Dateiintegrität aktivieren — einmal eingeschaltet, lässt sich das nicht mehr ändern, also gleich bewusst entscheiden.
- Im letzten Schritt Rechte pro Benutzer oder Gruppe vergeben.
Unter Windows erreichst du den Ordner danach im Explorer über
\\<NAS-NAME>\<ORDNER>, am Mac im Finder über Gehe zu → Mit Server
verbinden.
5. Konto absichern #
Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Benutzersymbol oben rechts
→ Persönlich → Sicherheit. Als Admin kannst du sie unter Systemsteuerung
→ Sicherheit → Konto für die Gruppe administrators oder für alle erzwingen.
Adaptive MFA verlangt von Administratoren ohne 2FA bei riskant wirkenden Anmeldungen einen zweiten Schritt und ist standardmäßig aktiv; 2FA gilt aber auch für SSH-Dienste, und Hyper Backup sowie die Ordner-Synchronisierung per rsync mit SSH-Verschlüsselung laufen mit erzwungener 2FA nicht mehr normalHerstellerangabe. Wenn du solche Aufgaben nutzt, nimm dafür ein eigenes Dienstkonto.
6. Updates einschalten #
Unter Systemsteuerung → Aktualisieren & Wiederherstellen → Aktualisierung siehst du die installierte Version. Unter Update-Einstellungen wählst du mindestens Wichtige Updates automatisch installieren — das sind die Sicherheitsupdates. Neue Hauptversionen installiert DSM nicht automatisch. Updates lassen sich nicht rückgängig machen; Modelle, die ab 2025 erschienen sind, suchen täglich nach Updates, und wichtige Updates lassen sich dort über einen Link bis zu 28 Tage verschiebenHerstellerangabe.
Zum Versionsstand: Aktuell ist DSM 7.4.1-90080 Update 1 vom 12. Oktober 2026, ein reines Sicherheitsupdate; für einige ältere Modelle wie DS218+, DS918+ oder DS1618+ ist DSM 7.4 die letzte Version, auf die sie aktualisiert werden könnenHerstellerangabe. Laut Synologys Lebenszyklus-Plan endete die Wartung von DSM 7.2 im Dezember 2025; DSM 7.3 (LTS) wird bis Oktober 2027 gepflegt, mit verlängerter Phase bis Oktober 2028, DSM 7.4 voraussichtlich bis Juni 2028Herstellerangabe. Läuft dein Gerät noch auf 7.2, solltest du aktualisieren.
7. Snapshots einrichten #
Ein Snapshot ist ein eingefrorener Zustand eines Ordners. Er speichert nur Änderungen und belegt deshalb wenig Platz. Installiere aus dem Paket-Zentrum das Paket Snapshot Replication, wähle dort einen freigegebenen Ordner und gehe auf Einstellungen → Zeitplan → Schnappschuss-Zeitplan aktivieren. Unter Einstellungen → Aufbewahrung legst du fest, wie viele Snapshots bleiben.
Snapshots für freigegebene Ordner setzen ein Btrfs-Volume voraus; unveränderliche Snapshots lassen sich während der Schutzfrist auf keine Weise löschen, empfohlen sind 7 bis 14 TageHerstellerangabe. Genau das macht sie wertvoll gegen Ransomware, die über das Netzwerk Dateien verschlüsselt und Sicherungen löschen will.
QuickConnect: bequem, aber eine Abwägung #
QuickConnect (unter Systemsteuerung → Externer Zugriff → QuickConnect) macht dein NAS über eine QuickConnect-ID aus dem Internet erreichbar. Dafür brauchst du ein Synology-Konto. Klappt keine direkte Verbindung, läuft der Verkehr über Synologys Relay-Server, was spürbar langsamer sein kann; für bessere Leistung empfiehlt Synology zusätzlich PortweiterleitungenHerstellerangabe.
Unsere Empfehlung: Leite keine DSM-Ports (5000/5001) im Router weiter. Wenn du QuickConnect nutzt, dann mit 2FA und nur für die Dienste, die du brauchst — das stellst du unter Erweitert → Erweiterte Einstellungen → Anwendungen/ Dienste ein. Greifst du nur selbst von unterwegs zu, ist ein VPN die sicherere Lösung, weil das NAS dann gar nicht öffentlich erreichbar sein muss. Welche VPN-Variante passt, klärt der Vergleich Tailscale vs. WireGuard.
Typische Fehler und Lösungen #
- NAS wird nicht gefunden: Computer und NAS müssen im selben Netz und Subnetz hängen. Anderen Browser probieren oder Synology Assistant nutzen.
- „Keine Festplatte gefunden“ / Fehlercode 38: Es wird kein nutzbares Laufwerk erkannt — Platte neu einsetzen, Kompatibilitätsliste prüfen. Synology hat dazu einen eigenen Hilfeartikel.
- Platte taucht im Assistenten nicht auf: Unter Speicher-Manager → HDD/SSD prüfen, ob sie den Status In Ordnung hat.
- Versehentlich ext4 gewählt: Umstellen geht nicht. Solange noch keine Daten drauf sind, Volume löschen und mit Btrfs neu anlegen.
Sicherheitshinweise #
- Keine Portweiterleitung für die DSM-Oberfläche, kein Standardpasswort, 2FA für alle Admins.
- Wichtige Updates automatisch installieren lassen.
- RAID und Snapshots sind kein Backup. Plane mindestens eine Kopie auf einem zweiten Gerät, idealerweise eine außer Haus — die Logik dahinter erklärt die Backup-Strategie für zuhause.
Was heißt das für dich? #
Die Grundeinrichtung ist in einer Stunde erledigt; die wichtigsten Entscheidungen fallen ganz am Anfang. Btrfs statt ext4, ein RAID-Level mit Redundanz und eigene Benutzerkonten lassen sich später kaum noch ändern. Alles andere — Snapshots, Fernzugriff, Pakete — kannst du Schritt für Schritt ergänzen. Wenn du noch Platten kaufen musst: Warum die gerade so teuer sind, steht im Beitrag zu den Preisen für Festplatten und SSDs.
Quellen
Offizielle Dokumentation
Wie installiert man DSM? (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Einen Speicherpool erstellen (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Wählen Sie einen RAID-Typ (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Ein Volume erstellen (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Benutzer erstellen (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Freigegebenen Ordner erstellen (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Konto: 2-Faktor-Authentifizierung und Adaptive MFA (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
System-Update (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation · 2026
Versionshinweise für DSM (externer Link, neues Fenster) — Synology
Hersteller · 2026
Synology Software Life Cycle Policy (Stand 13.10.2026) (externer Link, neues Fenster) — Synology
Offizielle Dokumentation
QuickConnect (DSM-Hilfe) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Offizielle Dokumentation
Schnappschüsse (Hilfe zu Snapshot Replication) (externer Link, neues Fenster) — Synology Knowledge Center
Häufige Fragen
Welches Dateisystem soll ich beim Synology NAS wählen, Btrfs oder ext4?
Was ist SHR und sollte ich es nehmen?
Ist QuickConnect sicher?
Ersetzen Snapshots ein Backup?
Passt dazu
Werkzeug, Übung und eigene Messung zum Thema.
Teil der Themenwelt Hardware fürs Homelab · Abschnitt „NAS in Betrieb nehmen“
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