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Reality Check
Stand: Oktober 2026
- Belegt
- 10 Aussagen
- Herstellerangabe
- 1 Aussage
Kurz gesagt: Für den Einstieg installierst du Home Assistant
Operating System (HA OS) – fertig auf einem Home Assistant Green, per
Raspberry Pi Imager auf einem Raspberry Pi oder per Image auf einem
Mini-PC. Danach öffnest du http://homeassistant.local:8123, legst im
Onboarding dein Konto an und fügst unter Einstellungen → Geräte & Dienste
die ersten Integrationen hinzu. Als letzten Schritt richtest du gleich
automatische Backups ein.
Grundlage dieser Anleitung ist die offizielle Dokumentation von Home Assistant (Stand Oktober 2026, Version 2026.10.4).
Home Assistant ist eine Open-Source-Zentrale für dein Smart Home: Sie verbindet Lampen, Sensoren, Steckdosen und Dienste verschiedener Hersteller und läuft komplett bei dir zu Hause, ohne Cloud-Zwang. Welche Hardware dafür sinnvoll ist, klärt der Guide Home-Assistant-Hardware. Hier geht es um die Installation selbst und die ersten Schritte danach.
Was du brauchst #
- Ein Gerät, das rund um die Uhr läuft: Home Assistant Green, einen Raspberry Pi 4 oder 5, einen Mini-PC oder einen vorhandenen Linux-Server.
- Ein Netzwerkkabel. Für die Installation auf dem Raspberry Pi ist es laut Doku Pflicht, und auch sonst ist Ethernet zuverlässiger als WLAN.
- Einen Rechner im selben Heimnetz für die Einrichtung im Browser.
- Internetzugang während der Einrichtung, weil Home Assistant beim ersten Start Komponenten nachlädt.
Schritt 1: Die Installationsart wählen #
Home Assistant kennt heute zwei offizielle Installationsarten:
- Home Assistant OS ist ein schlankes, eigenes Betriebssystem, das nur dafür da ist, Home Assistant zu betreiben. Es übernimmt Updates und Backups. Die offizielle Doku empfiehlt HA OS für die meisten Nutzer.Belegt
- Home Assistant Container läuft als Docker-Container auf einem System, das du selbst verwaltest. Updates spielst du selbst ein.
Der wichtigste Unterschied für Einsteiger sind die Apps – so heißen die früheren Add-ons. Das sind Zusatzprogramme wie ein MQTT-Broker (ein Nachrichtenverteiler für Smart-Home-Geräte) oder ein Werbeblocker, die du mit einem Klick neben Home Assistant installierst. Apps gibt es nur, wenn du Home Assistant OS installiert hast.Belegt Weil Thread und Z-Wave an Apps hängen, sind diese Funkstandards auf Container-Installationen laut Doku nicht ohne Weiteres nutzbar.Belegt
Ältere Anleitungen beschreiben noch „Supervised“ oder „Core“. Beide Installationsarten hat Home Assistant 2025 abgekündigt; seit Version 2025.12 werden sie nicht mehr unterstützt, ebenso wie 32-Bit-Systeme.Belegt Technisch laufen bestehende Installationen weiter, Fehlermeldungen nimmt das Projekt dafür aber nicht mehr an. Für eine neue Installation solltest du sie nicht mehr wählen.
Faustregel: Wenn das Gerät nur für Home Assistant da ist, nimm HA OS. Den Container wählst du, wenn Home Assistant auf einem Server mitlaufen soll, den du ohnehin mit Docker betreibst – und du auf Apps verzichten kannst.
Schritt 2a: Home Assistant Green anschließen #
Green ist die fertige Box des Projekts. Laut Herstellerseite hat sie einen Vierkern-ARM-Prozessor, 4 GB RAM und 32 GB eMMC-Speicher.Herstellerangabe HA OS ist ab Werk installiert.Belegt Du schließt Strom und Netzwerkkabel an und führst die Einrichtung über die Home-Assistant-App oder den Browser zu Ende (weiter mit Schritt 3). Für Home Assistant Yellow verweist die Installationsseite auf die Support-Seiten von Nabu Casa.
Schritt 2b: HA OS auf dem Raspberry Pi #
Die Doku nennt als Basis einen Raspberry Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB RAM, eine microSD-Karte mit mindestens 32 GB und der Kennzeichnung A2 sowie ein passendes Netzteil.Belegt „A2“ steht für eine Leistungsklasse, die viele kleine Lese- und Schreibzugriffe gut verkraftet – genau das Muster, das Home Assistant erzeugt. Ein USB-Port am Rechner liefert laut Doku zu wenig Strom und ist als Stromquelle ungeeignet.
- Installiere den Raspberry Pi Imager von raspberrypi.com/software.
- Wähle unter OS den Eintrag Other specific-purpose OS → Home automation → Home Assistant und dann das Image für dein Modell (Raspberry Pi 4 oder 5).
- Wähle als Speicher deine SD-Karte. Achtung: Der gesamte Inhalt der Karte wird überschrieben.
- Bestätige mit Next und Write und warte, bis der Imager fertig ist.
- Setze die Karte in den Pi, schließe das Netzwerkkabel und zuletzt den Strom an.
Schritt 2c: HA OS auf einem Mini-PC (x86-64) #
Für Intel- oder AMD-Rechner gibt es ein eigenes Image. Vorher stellst du im BIOS zwei Dinge um (meist erreichbar mit F2, Entf, F1 oder F10 beim Einschalten):
- UEFI-Bootmodus aktivieren.
- Secure Boot deaktivieren.
Der von der Doku empfohlene Weg: Du startest den Mini-PC von einem Ubuntu-USB-Stick, wählst Try Ubuntu, öffnest das Programm Laufwerke (engl. Disks), wählst die interne Platte und schreibst mit Restore Disk Image… das zuvor heruntergeladene HA-OS-Image darauf. Danach Stick abziehen, neu starten – Home Assistant bootet von der internen Platte.
Eine VM auf einem vorhandenen Hypervisor wie Proxmox ist ebenfalls ein offizieller Weg; die Doku nennt für die VM mindestens 2 GB RAM und 2 virtuelle CPUsBelegt.
Schritt 2d: Home Assistant als Container #
Läuft auf deinem Linux-Server bereits Docker mit dem Compose-Plugin, legst
du ein Verzeichnis an und darin eine compose.yaml. Das Beispiel folgt der
offiziellen Vorlage, nur Pfad und Zeitzone sind angepasst:
sudo mkdir -p /opt/homeassistant/config
cd /opt/homeassistant
sudo nano compose.yamlservices:
homeassistant:
container_name: homeassistant
image: "ghcr.io/home-assistant/home-assistant:stable"
volumes:
- /opt/homeassistant/config:/config
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro
- /run/dbus:/run/dbus:ro
restart: unless-stopped
stop_grace_period: 60s
privileged: true
network_mode: host
environment:
TZ: Europe/Berlinsudo docker compose up -dWas die Zeilen bedeuten: network_mode: host lässt den Container direkt im
Netz des Servers arbeiten, damit Home Assistant Geräte im Heimnetz
automatisch findet. privileged: true gibt dem Container weitreichenden
Zugriff auf die Hardware, etwa für USB-Funksticks – ein Grund mehr, diesen
Server nicht für fremde Experimente zu nutzen. Der Eintrag /run/dbus ist
laut Doku optional, aber für Bluetooth nötig. Alle Einstellungen landen im
Ordner /opt/homeassistant/config; den sicherst du.
Der Tag stable folgt immer der aktuellen stabilen Version. Willst du
Updates bewusst steuern, trägst du stattdessen eine konkrete Version ein,
etwa 2026.10.4, und erhöhst sie nach dem Lesen der Release Notes.
Schritt 3: Das Onboarding #
Öffne im Browser http://homeassistant.local oder, falls das nicht lädt,
http://homeassistant.local:8123. Beim Container nimmst du
http://<IP-des-Servers>:8123.
Beim ersten Start kann laut Doku die Seite „Preparing Home Assistant“
20 Minuten oder länger stehen bleiben – Geduld, das ist normal.
- Wähle Create my smart home. (Mit Upload backup stellst du stattdessen ein vorhandenes Backup wieder her.)
- Lege das Besitzerkonto an: Name, Benutzername (klein, ohne Leerzeichen) und ein starkes Passwort. Die Zugangsdaten des Besitzers lassen sich nicht wiederherstellen.Belegt Leg sie in deinen Passwortmanager.
- Setze deinen Standort. Er bestimmt Zeitzone, Einheiten und Währung und legt die Zone „Zuhause“ an. Detect fragt dafür einmalig einen externen Dienst; du kannst die Adresse auch von Hand suchen.
- Entscheide, ob du anonyme Nutzungsdaten teilst. Die Freigabe ist standardmäßig aus.
- Zum Schluss zeigt Home Assistant bereits gefundene Geräte an. Mit Finish landest du auf dem Dashboard.
Schritt 4: Die ersten Integrationen #
Eine Integration verbindet Home Assistant mit einem Gerät oder Dienst, etwa mit deinem Router, deiner Hue-Bridge oder einem Wetterdienst. Jede Integration liefert Entitäten – einzelne Sensoren, Schalter oder Funktionen, die du anzeigen und automatisieren kannst.
- Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste (Settings → Devices & services).
- Unter Entdeckt stehen Geräte, die Home Assistant im Netz schon gefunden hat. Mit Hinzufügen richtest du sie ein.
- Alles andere fügst du unten rechts über Integration hinzufügen hinzu und suchst nach dem Namen des Herstellers oder Dienstes.
- Im letzten Dialog ordnest du das Gerät einem Bereich zu, etwa „Wohnzimmer“. Bereiche sind Räume oder Zonen deines Zuhauses; über sie ordnen sich später Dashboards und Automationen fast von selbst.
Fang klein an: zwei, drei Integrationen, die du wirklich nutzt, und weise jedem Gerät gleich einen Bereich zu. Das spart später viel Aufräumarbeit.
Schritt 5: Backups einrichten #
Unter Einstellungen → System → Backups startest du mit Set up backups
die geführte Einrichtung.
Dabei lädst du ein Notfall-Kit
herunter, das den Verschlüsselungsschlüssel enthält – ohne diesen Schlüssel
lassen sich die Backups nicht wiederherstellen.Belegt Leg das Kit
getrennt vom Home-Assistant-Gerät ab. Auf einer Container-Installation
enthalten Backups die Einstellungen und auf Wunsch den Verlauf; sie liegen im
Ordner backups deines Konfigurationsverzeichnisses. Wie du Backups
grundsätzlich organisierst, zeigt der Guide
Backup-Strategie für zu Hause.
Typische Fehler und Lösungen #
homeassistant.locallädt nicht: Probiere die Variante mit:8123oder die IP-Adresse des Geräts, die du in der Geräteliste deines Routers findest. Manche Netze und ältere Windows-Versionen lösen.local-Namen nicht auf.- Nach fünf Minuten passiert auf dem Pi nichts: Laut Doku wurde das Image dann vermutlich nicht sauber geschrieben. Karte neu beschreiben, notfalls eine andere Karte nehmen; ein Monitor am HDMI-Port zeigt die Startmeldungen.
- Mini-PC startet HA OS nicht: UEFI-Modus und Secure Boot prüfen. Hilft das nicht, kommt eine Platte mit 4K-Sektoren in Frage.
- Container: Geräte werden nicht gefunden: Prüfe, ob
network_mode: hostgesetzt ist. Die offizielle Vorlage arbeitet mit dem Host-Netz; mit einem normalen Port-Mapping erreicht Home Assistant Geräte im Heimnetz unter Umständen nicht.
Sicherheitshinweise #
- Gib Port 8123 nicht im Router frei. Eine Portfreigabe macht deine Smart-Home-Zentrale aus dem ganzen Internet erreichbar. Für den Zugriff von unterwegs ist ein VPN der bessere Weg – wie das ohne offene Ports geht, zeigt der Guide Home Assistant über Tailscale erreichen.
- Nutze für das Besitzerkonto ein eigenes, starkes Passwort und lege für Familienmitglieder eigene Benutzer an, statt Zugangsdaten zu teilen.
- Spiele Updates zeitnah ein, aber erst nach einem Backup.
Was heißt das für dich? #
Für die meisten ist der kürzeste Weg der beste: HA OS auf einem eigenen Gerät, Onboarding im Browser, eine Handvoll Integrationen mit sauber zugewiesenen Bereichen und von Anfang an automatische Backups. Den Container nimmst du nur, wenn du Docker ohnehin betreibst und auf Apps verzichten kannst. Läuft das Gerät dauerhaft, lohnt ein Blick auf den Verbrauch – den rechnet dir der Stromkosten-Rechner in Euro pro Jahr um.
Quellen
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Installation (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Raspberry Pi installieren (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Generic x86-64 (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Linux (HA OS als VM und Home Assistant Container) (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Apps (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2025
Deprecating Core and Supervised installation methods, and 32-bit systems (22.05.2025) (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Onboarding (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Offizielle Dokumentation · 2026
Home Assistant: Backups (externer Link, neues Fenster) — Home Assistant
Hersteller · 2026
Home Assistant Green (externer Link, neues Fenster) — Nabu Casa / Home Assistant
Häufige Fragen
Welche Home-Assistant-Installation ist für Anfänger die beste?
Wie rufe ich Home Assistant nach der Installation auf?
Kann ich Home Assistant in Docker installieren?
Gibt es Home Assistant Supervised und Core noch?
Passt dazu
Werkzeug, Übung und eigene Messung zum Thema.
Teil der Themenwelt Homeserver & Selfhosting betreiben · Abschnitt „Dienste mit Docker betreiben“
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