Logbuch#monitoring#control-center#ui
Ein Dashboard-Mockup ist eine Aussage über Layout, nicht über Inhalte
Von Niclas Hennrich
Selbst gebaut und in Betrieb genommen. Gehört zum Vorhaben Homelab Control Center.
Was ich gemacht habe: Einen Screenshot meines laufenden Control Center neben ein UI-Mockup gelegt — ein dichtes NOC-Dashboard, wie man es sich vorstellt — und beides abgeglichen.
Die Struktur stimmte schon überein. Drei Dinge fielen trotzdem auf:
- Tote rechte Spalte. Die Seitenspalte endete nach rund einem Drittel der Seitenhöhe, während die Hauptspalte weiterlief. Zwei Drittel der rechten Fläche waren schlicht leer.
- Statuskarten mit Löchern. Die fünf Karten oben werden vom Layout gleich hoch gezogen, ihr Inhalt ist aber unterschiedlich lang. Darunter blieb Leerraum. Genau dort sitzen im Mockup Sparklines — die sind keine Deko, sondern lösen exakt dieses Layoutproblem.
- Nicht gebaute Seiten sahen fertig aus. Acht von zwölf Menüeinträgen führten auf eine Platzhalterseite, ohne dass man das vorher sah.
Der eigentlich nützliche Teil war eine Tabelle. Bevor ich irgendetwas übernommen habe, bin ich das Mockup Element für Element durchgegangen: Gibt es dafür eine echte Datenquelle in meinem System — ja oder nein?
| Element aus dem Mockup | Übernommen? | Warum |
|---|---|---|
| Sparkline je Statuskarte | ja | Zeitreihen sind vorhanden |
| Storage-Panel | ja | Endpunkt liefert Belegung, Temperatur, SMART-Status |
| Schnellzugriff auf Verwaltungsoberflächen | ja | Die URLs stehen im Inventar |
| Topologie als Boxen | ja | Vorhandene Daten, nur andere Darstellung |
| VLAN-Chips | nein | Mein Heimnetz ist flach — es gibt keine VLANs |
| Bandbreiten-Kennzahlen eines Dienstes | nein | Die Werte kommen erst in einer späteren Phase |
| Theme-Umschalter | nein | Dark-only ist eine bewusste Design-Entscheidung |
| Nutzer-Avatar mit „Admin" | nein | Die Anwendung ist read-only und hat keine Anmeldung |
| Suchfeld und Benachrichtigungsglocke | nein | Beide Ziele wären Platzhalterseiten — Klick ins Leere |
Ungeprüft übernommen hätte mein Dashboard VLANs, Bandbreiten und einen Login angezeigt, die es alle nicht gibt. Als Monitoring wäre es damit wertlos geworden — schlimmer als vorher, weil es überzeugend aussieht.
Der Fund, über den ich mich am meisten geärgert habe: Das Storage-Panel. Der Endpunkt dafür lief seit Phase 3 und war auf der zentralen Ansicht nie sichtbar. Leerraum in einem Dashboard ist fast immer ein Hinweis auf einen bereits vorhandenen, aber nicht gezeigten Datenweg.
Was ich mitnehme: Ein Mockup ist eine Aussage über Layout und Dichte, nicht über Inhalte. Und Ehrlichkeit ist auch Navigation — die acht Menüeinträge tragen jetzt den Vermerk „geplant" und sind gedimmt. Das kostet nichts und erspart acht Klicks ins Leere.
Kleines Ärgernis am Rande: Der Befehl zum Neubauen eines Dienstes hat über die Abhängigkeiten auch Datenbank und Backend mit neu erstellt. Unkritisch, weil die Daten in einem benannten Volume liegen — aber gut zu wissen, dass der Befehl nicht so eng begrenzt ist, wie der Dienstname vermuten lässt. Rund 30 Sekunden Ausfall des Dashboards.
Bewusst nicht angefasst: Die beiden großen Ressourcen-Karten bleiben untereinander. Meine Seite ist damit länger als der Entwurf, der alles auf einen Bildschirm quetscht — dafür müsste ich Inhalte weglassen, nicht nur umsortieren.