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Homelab Control Center: ein eigenes Mini-NOC statt Grafana

Von Niclas Hennrich


Was wir gebaut haben: Ein eigenes „Control Center“ fürs Homelab — eine Art persönliches NOC (Network Operations Center). Prometheus sammelt die Rohdaten (node_exporter auf dem Homeserver, blackbox-exporter für Ping- und HTTP-Checks), eine eigene Web-App (Next.js + FastAPI) aggregiert sie mit einem Inventory-Modell und zeigt alles in einem dunklen Overview-Dashboard: Internet-Ping, CPU/RAM/Temperatur/Disk mit 1-h-Charts, Erreichbarkeit aller Kernsysteme, HTTP-Status und Antwortzeiten von zehn selbst gehosteten Services, Alerts und Topologie. Bewusst kein Grafana-Ersatz, V1 komplett read-only.

Warum es interessant ist: Monitoring deckt Altlasten auf — sofort. Am ersten Tag standen drei ehrliche Befunde auf dem Dashboard: der Pi-hole-Pi war offline (unbemerkt, weil der Router als DNS-Fallback einsprang), Nextcloud beantwortete Anfragen über die aktuelle Server-IP mit HTTP 400 (die trusted_domains zeigten noch auf zwei alte Adressen aus früheren Netz-Umzügen), und die SSH-Config auf dem Arbeitsrechner referenzierte ebenfalls noch das alte Subnetz. Nichts davon war durch „mal eben nachschauen“ aufgefallen — erst die Rot-Markierungen machten es sichtbar. Wichtig war uns, die Befunde nicht stillschweigend zu umgehen: Das Dashboard zeigt den echten Zustand, repariert wird bewusst.

Die zweite Erkenntnis: Der blackbox-exporter liefert fürs Homelab den schnellsten Nutzen — noch vor node_exporter. Up/Down und Latenz aller Kernsysteme mit einem einzigen Container, ganz ohne Änderungen an den Zielsystemen.

Für wen: Wer einfach nur wissen will, ob alles läuft, fährt mit dem fertigen Stack aus Uptime Kuma + Beszel deutlich schneller — genau das empfehlen wir dort auch. Der Eigenbau lohnt sich, wenn man ein eigenes Inventory-Modell, eigene Statuslogik oder das Projekt an sich will. Phase 3 des Control Centers (SMART-Monitoring) hat einen eigenen Guide bekommen.