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Pi-hole vs. AdGuard Home: Welcher DNS-Filter passt zu dir?
Beide blocken Werbung im ganzen Netz — aber mit unterschiedlicher Philosophie. Der ehrliche Vergleich: Funktionen, Verschlüsselung, Bedienung und eine klare Empfehlung.
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Netzwerkweiter Werbefilter per DNS — dafür gibt es zwei etablierte Selfhosting-Kandidaten: Pi-hole, den Klassiker mit riesiger Community, und AdGuard Home, den funktionsreicheren Herausforderer. Beide sind kostenlos, beide erledigen den Kernjob zuverlässig. Die Unterschiede liegen im Drumherum — und die entscheiden, welcher zu dir passt.
Das Grundprinzip (bei beiden identisch)
Der Filter wird DNS-Server fürs ganze Netz (per DHCP verteilt). Fragt ein
Gerät nach werbung-tracker.example, antwortet der Filter mit „gibt es
nicht“ — die Werbung lädt gar nicht erst. Das wirkt auf jedem Gerät ohne
Software-Installation, auch auf Smart-TVs und IoT. Grenzen haben beide
gleichermaßen: YouTube- und Twitch-Werbung kommt vom selben Host wie der
Inhalt und ist per DNS praktisch nicht filterbar.
Der Vergleich
| Pi-hole | AdGuard Home | |
|---|---|---|
| Installation | Skript auf Debian/Raspberry Pi, Docker | Single-Binary (Go), Docker, überall lauffähig |
| Verschlüsseltes DNS (DoH/DoT) upstream | über Zusatztools (z. B. cloudflared) oder Unbound | eingebaut |
| Verschlüsseltes DNS als Server (für Clients) | nein | ja (DoH/DoT/DoQ) — praktisch für unterwegs |
| Rekursiver Modus | mit Unbound daneben | nicht vorgesehen (forwardet immer) |
| Pro-Client-Regeln | Gruppen-System (mächtig, etwas sperrig) | eingebaut und sehr zugänglich |
| Zeitpläne (z. B. Social Media abends aus) | über Umwege | eingebaut |
| DHCP-Server integriert | ja | ja |
| Oberfläche | funktional, ausgereift | moderner, aufgeräumter |
| Community/Doku | riesig, 10+ Jahre Wissen in Foren | groß und wachsend |
| Hintergrund | Community-Projekt (Open Source) | Open-Source-Projekt der AdGuard-Firma |
Die Philosophie dahinter
Pi-hole ist Unix-Denke: ein Werkzeug, ein Job. Es filtert DNS — die Auflösung selbst delegiert es an einen Upstream deiner Wahl, ideal an ein lokales Unbound. Das ergibt die architektonisch sauberste Lösung (Filterung + rekursive Auflösung, alles im Haus), verlangt aber zwei Komponenten.
AdGuard Home ist die Alles-in-einem-Box: Filterung, DoH/DoT in beide Richtungen, Client-Verwaltung, Zeitpläne — eine Binary, eine Oberfläche. Bequemer, dafür bleibt es konzeptionell ein Forwarder: Deine Anfragen gehen (verschlüsselt) an einen Upstream-Anbieter deiner Wahl.
Empfehlung nach Nutzertyp
- Du willst maximale Souveränität und bastelst gern: Pi-hole + Unbound. Kein Dritter sieht deine DNS-Historie — Anleitung hier.
- Du willst eine Lösung in 15 Minuten mit allem drin: AdGuard Home. Gerade die Pro-Client-Regeln und eingebautes DoH sind stark.
- Familien-Setup mit Kinder-Zeitplänen: AdGuard Home, eindeutig.
- OPNsense vorhanden: Erst überlegen, ob Unbound auf der Firewall plus Blocklisten dort nicht schon reicht — ein Gerät weniger, das DNS-Infrastruktur spielt.
Falsch machst du mit keinem der beiden etwas: Beide sind ausgereift, aktiv entwickelt und in fünf Minuten wieder deinstalliert, wenn dir der andere besser gefällt. Wichtiger als die Wahl ist der Betrieb: DNS ist kritische Infrastruktur. Plane einen zweiten Resolver ein (zweite Instanz oder die Firewall als Fallback), sonst ist bei jedem Update des Filter-Hosts „das Internet kaputt“.
Betriebs-Tipps (für beide)
- Host mit statischer IP, per DHCP als einziger DNS verteilen — sonst laufen Anfragen am Filter vorbei
- Mit den Standard-Blocklisten starten; erst nachschärfen, wenn die Familie eine Woche beschwerdefrei war
- Whitelist-Kandidaten Nummer 1: Klick-Tracker aus Newslettern und Shop-Links — das Query-Log zeigt sofort, woran es hakt
- Läuft der Filter in einer VM/einem Container auf dem Proxmox-Host: Autostart-Reihenfolge prüfen, damit DNS vor allen anderen Diensten steht