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Proxmox VE installieren: Schritt für Schritt zum ersten Hypervisor
Proxmox VE von der ISO bis zur ersten VM: Installation, Dateisystem-Wahl, No-Subscription-Repository, Updates und die ersten sinnvollen Einstellungen.
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Proxmox VE ist der De-facto-Standard fürs Homelab: kostenlos, Open Source, Debian-basiert, mit Weboberfläche für VMs (KVM) und Container (LXC). Dieser Guide bringt dich von der ISO bis zur einsatzbereiten Oberfläche — inklusive der Einstellungen, die man als Einsteiger gern übersieht.
Voraussetzungen
- 64-bit-CPU mit Virtualisierung (Intel VT-x / AMD-V) — im BIOS/UEFI aktivieren, oft heißt es dort „SVM“, „VT-x“ oder „Virtualization Technology“
- Mindestens 8 GB RAM (mehr ist bei Virtualisierung immer die beste Investition)
- Eine SSD fürs System — Proxmox auf einer HDD macht keinen Spaß
- USB-Stick (≥1 GB) für den Installer
Schritt 1: ISO herunterladen und Stick erstellen
Die aktuelle ISO gibt es ausschließlich auf proxmox.com/downloads. Auf den Stick schreiben mit Balena Etcher, Rufus (Modus „DD-Image“!) oder unter Linux:
dd if=proxmox-ve.iso of=/dev/sdX bs=4M status=progress
Vom Stick booten (Bootmenü meist F12, F11 oder F8) und „Install Proxmox VE (Graphical)“ wählen.
Schritt 2: Die wichtigen Installer-Entscheidungen
Ziel-Laufwerk und Dateisystem: Für den Einstieg mit einer SSD ist
ext4 (Default, LVM-thin) völlig in Ordnung. ZFS (RAID1) lohnt sich, wenn
du zwei Systemplatten spiegeln willst — beachte aber: ZFS mag RAM (als
Faustregel etwas RAM-Reserve einplanen) und verträgt sich nicht mit
Hardware-RAID-Controllern.
Land/Zeitzone/Tastatur: selbsterklärend.
Passwort + E-Mail: Das ist das root-Passwort für Weboberfläche und SSH.
Netzwerk: Vergib eine statische IP aus deinem Netz (z. B.
192.168.178.10/24), Gateway ist dein Router. Der Hostname (FQDN) darf
lokal frei gewählt sein, z. B. pve.home.lab.
Nach der Installation neu starten — die Weboberfläche läuft dann auf:
https://DEINE-IP:8006
Die Browserwarnung wegen des selbstsignierten Zertifikats ist normal — einmal akzeptieren.
Schritt 3: Repositories umstellen (ohne Subscription)
Frisch installiert zeigt Proxmox beim Login den Hinweis „No valid subscription“ und nutzt das Enterprise-Repository, das ohne Subscription keine Updates liefert. Für Homelabs stellt man auf das offizielle No-Subscription-Repository um — in der Weboberfläche unter Node → Repositories:
- Das
enterprise-Repository (pve und ceph) deaktivieren - Über Add das „No-Subscription“-Repository hinzufügen
Danach unter Node → Updates → Refresh und Upgrade — oder klassisch per Shell:
apt update && apt full-upgrade
Das No-Subscription-Repo ist laut Proxmox für Produktion weniger stark getestet als Enterprise — fürs Homelab ist es der Standardweg und funktioniert seit Jahren zuverlässig. Der Subscription-Hinweis beim Login bleibt; er ist nur ein Hinweis, keine Einschränkung.
Schritt 4: Die ersten sinnvollen Handgriffe
- Backup-Ziel definieren: Datacenter → Storage → Add — eine USB-Platte, ein NFS/SMB-Share auf dem NAS oder später ein Proxmox Backup Server. Dann unter Datacenter → Backup einen Zeitplan anlegen. Vor dem ersten wichtigen Container, nicht danach.
- ISO-Images hochladen: Node → local → ISO Images → Upload (z. B. Debian netinst für die erste VM).
- LXC-Templates laden: Node → local → CT Templates → Templates — hier liegen fertige Debian/Ubuntu/Alpine-Vorlagen für Container.
- Kein Cluster-Beitritt „auf Vorrat“: Ein Single-Node braucht kein Cluster. Das Thema kommt erst mit dem zweiten Gerät.
VM oder LXC — was nehme ich wofür?
Kurzfassung: LXC (Container) für einzelne Linux-Dienste — leichtgewichtig, startet in Sekunden, teilt sich den Kernel mit dem Host. VM für alles mit eigenem Kernel: andere Betriebssysteme, Docker-Hosts (eine Debian-VM mit Docker ist der unkomplizierteste Weg), Home Assistant OS, alles Sicherheitskritische. Die Details samt Docker-Frage behandeln wir in einem eigenen Guide.
Typische Stolperfallen
- Virtualisierung im BIOS vergessen → „KVM virtualisation configured, but not available“. BIOS an, Haken rein.
- Proxmox im WLAN: offiziell nicht vorgesehen und fehleranfällig — der Host gehört ans Kabel.
- RAM-Überbuchung: Proxmox lässt dich mehr RAM zuweisen, als da ist. Plane konservativ; ZFS-Cache und Host brauchen ebenfalls Luft.
- Der Host bleibt schlank: Nichts direkt auf dem Proxmox-Host installieren — alles gehört in VMs oder Container. Der Host macht nur Hypervisor.
Wenn der Server dauerhaft läuft, lohnt außerdem ein Blick auf den Stromverbrauch — wie viel ein 24/7-Host kostet, zeigt dir der Stromkosten-Rechner.