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FRITZ!Box einrichten: Login, Kennwort, Update und die wichtigsten Sicherheitseinstellungen

Die ersten Schritte mit einer neuen FRITZ!Box: fritz.box aufrufen, eigenes Kennwort setzen, FRITZ!OS aktualisieren, Fernzugang prüfen, WLAN absichern und einen Gastzugang einrichten.

Niclas HennrichVeröffentlicht
Inhalt11 Abschnitte

Reality Check

Stand: Oktober 2026

Herstellerangabe
8 Aussagen

4 Quellen · Was die Stufen bedeuten

Kurz gesagt: Verbinde dich per Kabel oder WLAN mit der FRITZ!Box, öffne http://fritz.box und melde dich mit dem Kennwort an, das auf der Box steht. Danach in dieser Reihenfolge: eigenes Kennwort setzen, FRITZ!OS aktualisieren und Auto-Update einschalten, den Fernzugang aus dem Internet abschalten, sofern du ihn nicht brauchst, das WLAN prüfen und für Besuch einen Gastzugang anlegen. Zum Schluss sicherst du die Einstellungen in eine Datei.

Grundlage dieser Anleitung sind die offiziellen Versionshinweise von FRITZ! (ehemals AVM) zu FRITZ!OS 8.25 und 8.50 (Stand Oktober 2026). Menünamen können je nach Modell, FRITZ!OS-Version und bei Boxen vom Internetanbieter abweichen.

Zwei Begriffe vorweg: FRITZ!OS ist das Betriebssystem der FRITZ!Box, also die Software, die Internet, WLAN und Telefonie steuert. Die Benutzeroberfläche ist die Webseite, über die du diese Software im Browser bedienst. Sie läuft auf der Box selbst, nicht im Internet.

Was du brauchst #

  • die FRITZ!Box, angeschlossen und eingeschaltet
  • einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone, verbunden mit der Box per LAN-Kabel oder über das WLAN, dessen Zugangsdaten in der Regel ebenfalls auf dem Gerät stehen
  • das werksseitige FRITZ!Box-Kennwort. Es steht auf der Box selbst, meist auf dem Geräteaufkleber (Typenschild), und ist nicht dasselbe wie der WLAN-Netzwerkschlüssel
  • einen Passwortmanager für die neuen Kennwörter

1. Benutzeroberfläche öffnen #

Rufe im Browser http://fritz.box auf. Klappt das nicht, nimm die IP-Adresse, im Auslieferungszustand meist http://192.168.178.1. Seit FRITZ!OS 8.00 erreichst du die Oberfläche im Heimnetz zusätzlich über fritzbox.internal und fritzbox.home.arpaHerstellerangabe, und FRITZ!OS 8.50 löst außerdem fritzbox.local per mDNS aufHerstellerangabe. mDNS ist ein Verfahren, bei dem Geräte im lokalen Netz Namen ohne zentralen DNS-Server auflösen.

Bei einer fabrikneuen Box führt dich zuerst ein Einrichtungsassistent durch die Grundeinstellungen, vor allem den Internetzugang. Was er genau abfragt, hängt von Modell, Anschluss und Anbieter ab. Hat dein Anbieter die Box geliefert, kann der Internetzugang schon vorkonfiguriert sein.

2. Eigenes Kennwort und Benutzer festlegen #

Das werksseitige Kennwort steht für jeden lesbar auf der Box. Unter System → FRITZ!Box-Benutzer legst du deshalb einen eigenen Benutzer mit langem, einzigartigem Kennwort an. Prüfe in den Einstellungen zur Anmeldung im Heimnetz, dass die Box Benutzername und Kennwort verlangt. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen.

Lass außerdem die zusätzliche Bestätigung eingeschaltet. Dabei verlangt die Box für bestimmte sicherheitskritische Einstellungen eine zweite Bestätigung, bevor sie die Änderung übernimmt. Seit FRITZ!OS 7.50 lässt sich diese Bestätigung nicht mehr abschalten (war sie vor dem Update schon aus, bleibt sie aus), FRITZ! empfiehlt sie aus Sicherheitsgründen, und für Änderungen aus der Ferne kann sie auch mit Einmalcodes nach dem TOTP-Standard aus einer Authenticator-App erfolgenHerstellerangabe.

Richte, falls angeboten, im Push Service der Box die Funktion „Kennwort vergessen“ ein. Dann bekommst du im Notfall einen Link per E-Mail, statt die Box auf Werkseinstellungen zurücksetzen zu müssen. Der Push Service ist die E-Mail-Benachrichtigung der FRITZ!Box. Wo er im Menü steht, kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen.

3. FRITZ!OS aktualisieren und Auto-Update einschalten #

Unter System → Update zeigt die Box die installierte Version und kann nach einer neueren suchen. Den einfachsten Weg nennt FRITZ! selbst: unter Assistenten → Update führt die Box durch den Vorgang und bietet dabei automatisch das passende FRITZ!OS an. Unterbrich ein laufendes Update nie, also kein Stromstecker ziehen und kein Kabel trennen.

Aktueller Stand im Oktober 2026: FRITZ!OS 8.50 erscheint nicht für alle Modelle gleichzeitig. Für die FRITZ!Box 7690 ist es seit dem 29.09.2026 verfügbarHerstellerangabe, für die 7530 AX seit dem 22.10.2026Herstellerangabe. Für die 7590 AX ist dagegen derzeit FRITZ!OS 8.25 die aktuelle VersionHerstellerangabe. Welche Version für deine Box aktuell ist, zeigt dir die Box selbst.

In den Update-Einstellungen kannst du außerdem die automatische Suche nach neuem FRITZ!OS einschalten. Prüfe dort, ob deine Version auch die automatische Installation anbietet. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen. Updates lohnen sich: Laut FRITZ! werden mit jedem neuen FRITZ!OS auch die Sicherheitsfunktionen aktualisiert, deshalb empfiehlt der Hersteller das Update grundsätzlich für alle GeräteHerstellerangabe. Fehlt das Update-Menü ganz, kann es sein, dass dein Anbieter die Firmware verwaltet. Frag dann dort nach.

4. Fernzugang prüfen und schließen #

Jeder Dienst, der ins Internet freigegeben ist, ist von außen erreichbar und damit grundsätzlich angreifbar. Prüfe deshalb in den Freigabe-Einstellungen der Box drei Dinge. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen.

  1. Internetzugriff auf FRITZ!Box-Dienste: Ist der Zugriff auf die Benutzeroberfläche über das Internet (HTTPS) aktiviert? Wenn du die Oberfläche nicht wirklich von unterwegs brauchst, schalte ihn ab.
  2. MyFRITZ!: MyFRITZ! ist der Dienst von FRITZ!, über den die Box unter einer eigenen MyFRITZ!-Adresse aus dem Internet erreichbar ist. Nutzt du ihn nicht, richte ihn nicht ein oder schalte ihn wieder ab.
  3. Portfreigaben: Lösche Freigaben, die du nicht kennst. Für einzelne Heimnetzgeräte gibt es außerdem die Einstellung, ob sie selbstständig Portfreigaben (per UPnP oder TR-064) einrichten dürfen. Erlaube das nur, wo es nötig ist.

Musst du den Fernzugang behalten, nutze ein eigenes Konto mit starkem Kennwort und die zusätzliche Bestätigung. Seit FRITZ!OS 8.00 kann die Box beim Internetzugriff auf FRITZ!Box-Dienste zusätzlich eine IP-Sperrliste von FRITZ! verwendenHerstellerangabe. Für den Zugriff aufs ganze Heimnetz ist ein VPN meist die bessere Wahl. Welche Varianten es gibt, vergleicht der Guide Tailscale vs. WireGuard.

5. WLAN prüfen #

Unter WLAN → Funknetz steht der Name deines WLANs, die SSID. Wähle einen Namen, der weder deinen Nachnamen noch die Adresse verrät. Den Gerätetyp musst du nicht verstecken, er ist ohnehin kein Schutz.

Unter WLAN → Sicherheit stellst du die Verschlüsselung auf WPA2 + WPA3. Ältere Geräte nutzen dann WPA2, neuere das sicherere WPA3. Ändere den voreingestellten WLAN-Netzwerkschlüssel, wenn er schon an viele Leute weitergegeben oder irgendwo fotografiert wurde. Danach musst du alle Geräte neu verbinden.

WPS, die Anmeldung per Tastendruck, findest du unter WLAN → Sicherheit → WPS. Sie ist bequem. Brauchst du sie nicht dauerhaft, schalte sie ab.

6. Gastzugang einrichten #

Der Gastzugang ist ein eigenes WLAN für Besuch. Gäste kommen ins Internet, aber nicht an deine Rechner, dein NAS oder deinen Drucker. In den WLAN-Einstellungen schaltest du den Gastzugang ein und vergibst einen eigenen Namen und ein eigenes Kennwort. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen.

Manche stecken auch Smart-Home-Geräte ins Gastnetz, um sie vom restlichen Heimnetz zu trennen. Das funktioniert, solange die Geräte nur ins Internet müssen. Steuerst du sie lokal per App, klappt es oft nicht mehr. Für eine saubere Trennung mehrerer Netze reicht die FRITZ!Box allein nicht. Wie das mit Zusatzhardware geht, zeigt VLANs trotz FritzBox.

7. Einstellungen sichern #

In den Systemeinstellungen kannst du alle Einstellungen in eine Sicherungsdatei exportieren. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen. Schütze die Datei mit einem eigenen Kennwort, wenn die Box das anbietet, und notiere es im Passwortmanager. Eine solche Sicherung kann Zugangsdaten enthalten. Speichere sie deshalb verschlüsselt, nicht offen in einer Cloud.

Typische Fehler und Lösungen #

  • fritz.box öffnet sich nicht: Ist ein VPN aktiv oder bist du im Gastnetz bzw. im Mobilfunk, erreichst du die Box unter Umständen nicht. Verteilt im Heimnetz ein eigener DNS-Server wie Pi-hole die Namen, nimm direkt die IP-Adresse. Wie du deine Adressen prüfst, steht im Guide IPv6 im Heimnetz.
  • Kennwort vergessen: Ist „Kennwort vergessen“ eingerichtet, lass dir darüber den Link per E-Mail schicken. Sonst hilft nur das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen. Danach sind alle Einstellungen weg, und du brauchst die Sicherungsdatei aus Schritt 7.
  • Zugangsdaten werden nicht angeboten: Bei Boxen vom Anbieter sind manche Menüs ausgeblendet. Das ist kein Fehler, der Anbieter verwaltet die Box dann mit.
  • Geräte verlieren nach dem Ändern des WLAN-Schlüssels die Verbindung: Das ist normal. Jedes Gerät muss den neuen Schlüssel einmal bekommen.

Sicherheitshinweise #

  • Keine Freigabe ins Internet ohne Grund, auch nicht „nur kurz zum Testen“.
  • Kennwort der Oberfläche, WLAN-Schlüssel und Kennwort der Sicherungsdatei sind drei verschiedene Kennwörter.
  • Fotografiere den Geräteaufkleber nicht für soziale Medien. Darauf stehen in der Regel die werksseitigen Zugangsdaten der Box.
  • Prüfe nach jedem größeren Update kurz die Freigaben. Neue Funktionen bringen gelegentlich neue Optionen mit.

Was heißt das für dich? #

Die Ersteinrichtung einer FRITZ!Box ist vor allem eine kurze Kontrolle der wichtigsten Stellen: eigenes Kennwort, Auto-Update an, Fernzugang aus, WLAN auf WPA2 + WPA3, Gastzugang für Besuch. Danach musst du die Box im Alltag kaum noch anfassen, außer um gelegentlich zu prüfen, ob Updates wirklich ankommen.

Quellen

  1. Hersteller · 2026

    FRITZ!OS 8.50 für FRITZ!Box 7690 – Versionshinweise (Release 29.09.2026) (externer Link, neues Fenster) — FRITZ! GmbH (ehemals AVM)

  2. Hersteller · 2026

    FRITZ!OS 8.50 für FRITZ!Box 7530 AX – Versionshinweise (Release 22.10.2026) (externer Link, neues Fenster) — FRITZ! GmbH (ehemals AVM)

  3. Hersteller · 2026

    FRITZ!OS 8.25 für FRITZ!Box 7590 AX – Versionshinweise inkl. Änderungen seit FRITZ!OS 7.50 (externer Link, neues Fenster) — FRITZ! GmbH (ehemals AVM)

  4. Hersteller · 2026

    FRITZ!OS 8.25 für FRITZ!Box 5590 Fiber – Versionshinweise inkl. Änderungen seit FRITZ!OS 8.00 (externer Link, neues Fenster) — FRITZ! GmbH (ehemals AVM)

Häufige Fragen

fritz.box lässt sich nicht öffnen – was tun?

Prüfe zuerst, ob dein Gerät wirklich im Netz der FRITZ!Box hängt und kein VPN aktiv ist. Dann rufst du die Oberfläche direkt über die IP-Adresse auf, im Auslieferungszustand meist http://192.168.178.1. Seit FRITZ!OS 8.00 funktionieren zusätzlich fritzbox.internal und fritzbox.home.arpa. Verteilt im Heimnetz ein eigener DNS-Server wie Pi-hole die Namen, ist die IP-Adresse der zuverlässigste Weg.

Wo finde ich das Kennwort der FRITZ!Box?

Das werksseitige Kennwort für die Benutzeroberfläche steht auf der FRITZ!Box selbst, in der Regel auf dem Geräteaufkleber (Typenschild). Wo genau, hängt vom Modell ab. Es ist nicht dasselbe wie der WLAN-Netzwerkschlüssel. Hast du es geändert und vergessen, hilft nur die Kennwort-vergessen-Funktion, sofern du sie eingerichtet hast, oder ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.

Soll ich automatische Updates bei der FRITZ!Box einschalten?

Für die meisten Haushalte ja. FRITZ! empfiehlt, jedes neue FRITZ!OS zu installieren, weil damit auch Sicherheitsfunktionen aktualisiert werden. In den Update-Einstellungen unter System, Update legst du fest, wie die Box mit neuen Versionen umgeht. Die genaue Bezeichnung kann je nach FRITZ!OS-Version abweichen. Wer die Box bewusst auf einer bestimmten Version halten will, etwa für einen Test, schaltet die Automatik ab und prüft dann regelmäßig selbst.

Brauche ich den Fernzugang über MyFRITZ!?

Nur wenn du die Oberfläche der FRITZ!Box wirklich von unterwegs bedienen musst. Jede Freigabe ins Internet ist eine zusätzliche Angriffsfläche. Für den Zugriff aufs Heimnetz von unterwegs ist ein VPN wie WireGuard der sicherere Weg, weil dann keine Anmeldeseite offen im Internet steht.

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