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labkompass

Logbuch#homeos#workflow#meta#dokumentation

„Wo war ich?“ — ein Arbeitsgedächtnis, das nichts behauptet, was es nicht belegen kann

Von Niclas Hennrich · veröffentlicht · geschehen am


BuildIm Einsatz

Selbst gebaut und in Betrieb genommen. Gehört zum Vorhaben HomeOS — Control Center mit drei Säulen.

Commits beim ersten Sync
201
Konfidenz eines Git-belegten Checkpoints
0,98
Tests für die Domäne
230

Vier Ablagen wussten, was zu tun ist: das Git-Log, der Obsidian-Vault mit Projektseiten, die Work Orders der Factory, und der Chat mit Claude. Keine davon beantwortete nach zwei Wochen Pause die eine Frage: Wo war ich? Und vor allem nicht: Wie sicher ist das? Ein Chat erinnert sich an Dinge, die nie passiert sind.

Die Prime Directive: keine AI-Inferenz als Fakt. Jede Aussage im Continuity Center — Task, Checkpoint, Entscheidung, Blocker, offene Frage — trägt Quellentyp, Referenz, Konfidenz und einen Verifizierungsstatus: confirmed, inferred, unverified, stale, conflicted. Confirmed gibt es nur durch eine deterministische Quelle (ein Git-SHA, ein Factory-Beleg) oder den Menschen. Eine Entscheidungsnotiz, die ich im Vault geschrieben habe, ist confirmed, auch wenn ein Parser sie liest — die Verifikation gilt der Aussage, nicht dem Transportweg.

Die Architektur ist bewusst unspektakulär. Eine eigene Domäne im Control Center mit eigenem Tabellen-Präfix. Die Collectors laufen als Stdlib-CLI auf dem Mac — das Backend liest nie ein Dateisystem, die CLI nur registrierte Projektpfade — und pushen über einen Ingest-Endpunkt mit Session-Login. Der Vault-Sync ist einseitig: Das Backend schreibt nach Obsidian, nie zurück. Die vier Ablagen bleiben Quellen; es gibt keinen fünften Task-Store, sondern eine quellenbelegte Zusammenführung.

Was der erste Lauf gegen Produktion ergab: Discovery fand in HomeOS acht Workstreams, elf Tasks, neunzehn Entscheidungen, neun Blocker — aus Projektseiten-Frontmatter (status, next_action, waiting_on), ohne jede AI. Der zweite Lauf: unverändert, wie es sein muss. Sync: 201 Commits, 75 Factory-Ereignisse, 6 Vault-Notizen. Ein session-end mit Commit-Angabe erzeugte einen Checkpoint mit Konfidenz 0,98 — weil der Git-Collector den Commit kannte. Ohne diesen Beleg wäre er inferred geblieben.

Der Resume Point kombiniert Checkpoint, letzte Aktivität, Task, nächsten Schritt, Blocker, Entscheidung und offene Frage; das „Wo war ich?"-Ranking erklärt seine Faktoren. Nach zehn Minuten ohne Aktivität markiert eine Stale-Erkennung, was alt geworden ist. Alles rein auf der Datenbank, kein Modell im Pfad.

Stolperstein am Ende, menschlich: Das Owner-Konto hieß nicht wie mein Vorname. Acht Login-Versuche, bis ich den Benutzernamen aus der Datenbank abgelesen hatte. Ein Arbeitsgedächtnis hätte das gewusst — es wusste es nur noch nicht.