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Sechs Fragen statt Messwerte: Die erste Kachel-Fassung wurde zurückgewiesen
Von Niclas Hennrich · veröffentlicht · geschehen am
Selbst gebaut und in Betrieb genommen. Gehört zum Vorhaben HomeOS — Control Center mit drei Säulen.
- Zahlenwerte above the fold, vorher
- > 20
- Zahlenwerte above the fold, jetzt
- 6
- Antwortzeit der Leitwarten-API (Median, warm)
- 84 ms
Eine Startseite, die mit CPU-Auslastung und Netzwerkdurchsatz beginnt, ist ein Dashboard für Techniker. HomeOS hat aber drei Säulen — Infrastruktur, Haus, Familie — und die Person, die morgens draufschaut, will keine Messwerte, sondern Antworten. Sechs Fragen, in dieser Reihenfolge: Ist alles in Ordnung? Was passiert gerade? Was hat sich verändert? Was braucht Aufmerksamkeit? Warum? Was kann HomeOS dagegen tun?
Die erste Fassung war eine Kachelwand. Sauber gebaut, alle Daten drin, zurückgewiesen. Sie beantwortete keine der sechs Fragen, sie zeigte nur mehr Zahlen dichter. Die zweite Fassung beginnt mit einem Satz — „ein Punkt braucht Aufmerksamkeit, nichts Kritisches" — und darunter genau sechs Werte statt über zwanzig. Flussbilder statt Kacheln, wo Bewegung die Information ist. Das technische Dashboard gibt es weiter, eine Ebene tiefer.
Wo ein Urteil entsteht. Zustand ist ein Urteil, und Urteile gehören ins Backend — das gilt in HomeOS seit dem ersten Tag. Neu war der Konflikt: Die drei Domänen dürfen einander nicht kennen, aber der Zustandssatz braucht alle drei. Gelöst durch die API-Schicht als einzige Stelle, die alles sieht, plus eine neutrale Semantik im Kern: Ein nicht erreichbares Haus-Gerät ist ein Aufmerksamkeitspunkt, kein „kritischer" Infrastruktur- Status. Die Skalen bleiben getrennt, der Satz wird trotzdem einer.
Vier Quellen, ehrlich beim Ausfall. Der Leitwarten-Endpunkt bündelt Infrastruktur, Haus, Familie und Security. Fällt eine Quelle aus, sagt die Seite das an der Stelle, nicht mit einem leeren Feld. Budget: 100 ms. Real, warm gegen Produktion gemessen: 67–90 ms, Median 84, kalt 224.
Echte Daten fanden den Designfehler schneller als jedes Review. Der erste Aufruf gegen den Dev-Stack zeigte in der Zeitleiste eine Flut von Bewegungsmelder-Ereignissen — technisch korrekt, für die Frage „was hat sich verändert?" wertlos. Zeitleiste heißt seitdem: Zustandswechsel, nicht Sensorrauschen.
Und eine Prozesslehre: Der Beleg des ersten Laufs enthielt einen roten Test, den ich beim Lesen übersehen hätte. Die Factory hat seitdem eine Sperre — ein Prozess muss lesen, was er belegt.