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labkompass

Logbuch#smarthome#architektur#monitoring[IN ARBEIT]

Smart Home dazu: Home Assistant oder alles selbst bauen?

Von Niclas Hennrich


Bisher hört mein Homelab da auf, wo das Haus anfängt. Server, Netz, Docker, Storage — alles überwacht und dokumentiert. Die Shellys, der Fernseher und der Saugroboter dagegen: nirgends eingebunden, jedes Gerät seine eigene App.

Weil demnächst Sensoren, Heizung und irgendwann PV dazukommen sollen, musste das mal entschieden werden, bevor ich anfange zu basteln. Also einen Sprint lang nichts installiert, nur bewertet.

Die Versuchung #

Mein Control Center läuft seit Kurzem produktiv: Prometheus, mehrere Exporter, ein Inventory in PostgreSQL, eine Status-Engine mit nachvollziehbaren Reason-Codes, ein Live-Stream über SSE. Die naheliegende Idee war deshalb: Bau die Geräte einfach mit ein. Ein Dashboard, ein Datenmodell, alles selbst in der Hand.

Ich habe das durchgerechnet und es dann verworfen. Für jedes Gerät ein eigener Hersteller-Client, dazu eine eigene State- und Automations-Engine — und bei jeder Protokollentwicklung, Stichwort Matter und Thread, hänge ich hinterher. Das ist kein Homelab-Projekt mehr, das ist ein zweiter Job.

Der umgekehrte Gedanke, alles nach Home Assistant zu schieben, war genauso schnell erledigt: HA kann Infrastruktur nur rudimentär. Kein Inventory, keine Topologie, kein Root-Cause-Modell. Das Control Center wäre Wegwerfarbeit gewesen.

Was es geworden ist #

Zwei Systeme, klare Grenze:

  • Home Assistant wird die Geräte-, State- und Automationsplattform des Hauses. Keine eigenen Hersteller-Clients mehr, nie wieder.
  • Das Control Center bleibt das Infrastruktur- und Observability-Modul und wird ganz normal weitergebaut.

Die Faustregel, die ich mir dafür aufgeschrieben habe, ist erfreulich unspektakulär: Trägt es das Homelab? → Control Center. Wohnt es im Haus? → Home Assistant.

Langfristig soll eine gemeinsame eigene Oberfläche darüber liegen — aber als letzter Schritt, nicht als erster, und zunächst nur lesend. Die HA-Oberfläche ersetzt sie ohnehin nicht: App, Anwesenheitserkennung, Push, Automations-Editor und Geräte-Onboarding bleiben dort. Wer das auch noch selbst bauen will, landet über Umwege wieder bei „alles selbst" — genau der Option, die ich gerade verworfen habe.

Was ich bewusst offen gelassen habe #

Home Assistant OS oder Container? IoT-VLAN und wie streng? REST oder WebSocket? Das hängt alles an Geräten, die noch nicht angebunden sind — und Entscheidungen ohne Daten sind Ratespiele.

Zwei Dinge sind mir beim Bewerten allerdings klar geworden, und die stehen jetzt weit oben:

Netzsegmentierung muss vor das Onboarding. Wenn erst zwanzig Geräte angelernt sind, ist ein späterer Umzug ins IoT-VLAN kein Umzug, sondern Neuanlernen.

Backup- und Ausfallkonzept ebenso. Sobald Home Assistant die Heizung oder die Anwesenheitserkennung trägt, ist es infrastrukturkritisch. Das ist ein anderer Anspruch als „nette Spielerei im Wohnzimmer" — und der gehört geklärt, bevor es so weit ist, nicht danach.

Update: Der PoC läuft, Home Assistant steht inzwischen als Container. Ob das die Dauerlösung bleibt, entscheide ich, wenn die ersten echten Geräte dranhängen.