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labkompass

Logbuch#homeos#energie#architektur

Von zehn Tabs und 16 Kacheln zu einer Geschichte

Von Niclas Hennrich · veröffentlicht · geschehen am


BuildIm Einsatz

Selbst gebaut und in Betrieb genommen. Gehört zum Vorhaben HomeOS — Control Center mit drei Säulen.

Gleichlaute Zahlen über der Falz, vorher
16
Tabs vorher
10
Seiten, die den Energiefluss unabhängig pollten
5

Funktional war der Energie-Bereich breit: Live, Historie, Kosten, Tarife, Solar- und Batterie-Fundament, Insights. Optisch war er eine Kachelwand. Zehn gleichgewichtige Tabs, 16 gleichlaute Zahlen über der Falz, vier Verbraucher-Ranglisten auf drei Seiten, Serien-Labels roh aus der Datenbank. Der Audit davor zählte, statt zu urteilen — und die Zahlen reichten als Urteil.

Die Vorbilder waren bewusst gewählt, ohne zu kopieren: Hierarchie und Kostenlogik wie bei einem Smart-Panel-Hersteller, ein Energiefluss-Diagramm als Anker wie bei den Heimspeicher-Apps, Geräte-Praktikabilität wie in der Shelly-App. Die Regel für mich: keine Funktion verlieren, kein Backend anfassen.

Das Fundament zuerst. Semantische Energiefarben als Tokens (Solar, Netz, Speicher, Verbrauch, Heizung, Kosten), ein zentraler Formatierer für Watt, Kilowattstunden, Euro und Prozent, ein Sheet-Baustein, der mobil als Bottom Sheet und am Desktop als rechtes Panel erscheint. Dann die Ordnung: Die Übersicht sagt oben in einem Satz, was los ist, darunter kommt der Verbrauch, dann die Kosten — von oben nach unten lesbar als eine Geschichte. Details wandern in Drawer statt auf Unterseiten; alte Routen leiten weiter, damit Lesezeichen leben.

Die ehrlichste Entscheidung betraf das Flussdiagramm. Vor der Hardware gibt es keinen Netzbezug, keine PV, keinen Speicher — also erscheint das Diagramm in Produktion gar nicht. Kein Platzhalter mit Nullen, keine Beispielkurve. Gestaltet habe ich es trotzdem: mit einem Simulator im Dev-Stack, der eine physikalisch stimmige Bilanz liefert. Ein Simulator ist die saubere Alternative zu erfundenen Werten im UI, und der Produktpfad bleibt unberührt: not_configured heißt unsichtbar.

Was ich mitnehme: Ein UI-Redesign ohne Backend-Umbau funktioniert, wenn die API bereits Semantik liefert — Herkunft je Wert, faire Vergleiche, „Daten seit". Die ganze Arbeit war Anordnung, nicht Berechnung. Und: Zwei parallele Agent-Sessions im selben Repo gehen, wenn die Arbeitsteilung dateiweise explizit ist und man selektiv staged. Im geteilten Arbeitslog habe ich nur meinen eigenen Hunk committet.