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Die Factory war schon da — sie hatte nur keinen Namen
Von Niclas Hennrich · veröffentlicht · geschehen am
Selbst gebaut und in Betrieb genommen. Gehört zum Vorhaben HomeOS — Control Center mit drei Säulen.
- Work Orders beim Bootstrap
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- Kommandos bis zum Session-Resume
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- Tests, die nur in einer Umgebung grün waren
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HomeOS wächst in Sessions — mal drei Stunden, mal zehn Minuten, manchmal zwei parallel. Das Problem war nie der Code, sondern der Wiedereinstieg: Welcher Stand ist verifiziert? Was war der nächste Schritt? Welche Entscheidung gilt? Das stand im Chat, und der Chat ist kein Speicher.
Was jetzt im Repo liegt: eine Constitution mit den Prozessregeln (die technischen Invarianten gelten unverändert darüber), Initiativen als Ordner, Work Orders mit Frontmatter als Status-Wahrheit, Belege je erledigter Einheit, und ein abgeleiteter Zustand. „Abgeleitet" ist das entscheidende Wort: Eine JSON-Datei, die man von Hand pflegt, wird zur zweiten Wahrheit. Eine, die aus Frontmatter, Git und Belegen berechnet wird, kann nicht lügen — sie kann höchstens zeigen, dass die Belege fehlen.
Session-Start sind vier Kommandos: Zustand ableiten, Status, nächster Schritt, Initiative lesen. Session-Ende: Work-Order-Status setzen, Zustand ableiten, committen. Dazwischen laufen die Gates mit einem Kommando: Tests, Umgebungs-Parität, TypeScript, Lint, Build, Factory-Validierung. Ihr Output ist der Beleg.
Der erste ehrliche Gate-Lauf war der wertvollste. Er fand zwei Tests, die nur in einer Umgebung grün waren — lokal ja, im Container nein. Genau die Fehlerklasse, die „lokal getestet" verschweigt. Die Gates blieben rot, bis das repariert war, und das ist der Punkt: Ein Prozess, der Rot durchwinkt, ist Dekoration.
Blockiert ist ein Zustand, kein Versagen. Sieben von neun Work Orders des Security-Strangs hingen an Entscheidungen, die nur ich treffen kann. Sie sichtbar zu machen — mit dem Grund — ist der Zweck der Übung, nicht ein Makel im Bericht.
Was mich überrascht hat: Die Factory musste nicht gebaut werden. Backlog, Audits, Belege, Gates gab es alle schon, verstreut über Dokumente und Gewohnheiten. Die Arbeit bestand darin, sie zu benennen, zu verbinden und prüfbar zu machen. Und als kurz nach dem Bootstrap eine Detailspezifikation nachkam, war das kein Neustart: Die Factory hat sie als Gap-Analyse verarbeitet und die Lücken als Work Orders geführt. Genau der Loop, für den sie gedacht ist.